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Impfempfehlungen

Die Notwendigkeit von Impfungen ist unbestritten. Die Impfung ist eine sehr wirkungsvolle und schonende Methode, um bestimmte Infektionskrankheiten zu verhindern. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Haustiere zu fördern und ist ein aktiver Beitrag zu einem umfassenden Tierschutz.

Im Folgenden werden die in den Leitlinien der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfohlenen Impfschemata für die einzelnen Tierarten zusammengefaßt. Unter www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet/empfehlungen stehen die Leitlinien in einer ausführlichen Version zum Download bereit. Die Impfleitlinien werden in regelmäßige Abständen überprüft und gegebenenfalls ergänzt oder geändert.

Die von der StIKo Vet erarbeiteten Empfehlungen entsprechen in Einzelfällen nicht den Empfehlungen der Zulassungsinhaber in den Gebrauchsinformationen.
Die zu impfenden Komponenten werden in Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten unterteilt. Dabei stellen Core-Komponenten jene dar, gegen die ein jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muß, da die Erreger entweder auf den Menschen übertragbar ist oder bei dem Tier selbst lebensbedrohende Krankheiten verursachen, wie die Staupe oder die Parvovirose. Die Non-Core-Komponenten sind nicht für jedes Tier zu jeder Zeit gleichbedeutend. Ein Schutz gegen diese Erreger ist nur für gefährdete Tiere erforderlich.

 

Impfempfehlung Hund

Grundimmunisierung:
8 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, (HCC)
12 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, (HCC), (Tollwut)
16 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, (HCC)
15 Lebensmonaten: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, (HCC), (ggf. Tollwut)
Wiederholungsimpfungen:
Wiederholungsimpfungen erfolgen nach Maßgabe der Gebrauchsinformationen.
Neuerungen: Die Bedeutung der Impfung gegen weitere Leptospiren-Servovare wird betont. Dagegen wird stärker auf das seltene Vorkommen von CAV-1 und die Tilgung der terrestrischen Tollwut in Deutschland verwiesen.

Impfungen gegen die folgenden Krankheiten zählen als Core-Komponenten:

Parvovirose
Die Parvovirose ist eine schwere, häufig tödlich verlaufende Allgemeinerkrankung des Hundes. Die Impfung schützt sicher vor der Infektion. In gefährdeten Beständen ist eine zusätzliche Impfung im Alter von 6 Wochen empfehlenswert. Die weitere Impfempfehlung wird dadurch nicht verändert. Nach der Grundimmunisierung sind Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausreichend. Canines Parvovirus (CPV) kann nach der Impfung ausgeschieden und auch auf nicht geimpfte Tiere übertragen werden, ohne klinische Symptome zu verursachen (s. Gebrauchsinformationen).
Staupe
Auch die Staupe ist eine schwere, häufig tödlich verlaufende Allgemeinerkrankung, die durch die Impfung sicher verhindert werden kann. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind nach der Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen in dreijährigem Rhythmus ausreichend.
Leptospirose
Die Leptospirose kann als schwere Allgemeinerkrankung verlaufen. Zudem gibt es Hinweise, daß die Krankheit auf den Menschen übergehen kann. Neben den Serogruppen Canicola und Icterohaemorrhagiae ist es wichtig, den Impfschutz auf weitere Serogruppen (insbesondere Grippotyphosa und Australis) auszudehnen. Jährliche Wiederholungsimpfungen sind zu empfehlen. Auch Hunde, die eine Infektion durchgestanden haben, sollten nach der Genesung entsprechend der Herstellerangaben geimpft werden, da die Immunantwort gegen Leptospiren weitestgehend Serotyp-spezifisch und auch nach einer Infektion nicht lang andauernd ist.
HCC
Die Hepatitis contagiosa canis (HCC) ist verursacht durch das canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1). Die konsequente Impfung hat dazu geführt, daß die Erkrankung in der westeuropäischen Hundepopulation nur noch sehr selten beobachtet wird. Die auf dem Markt verfügbaren Impfstoffe enthalten als Impfvirus CAV-2, das aufgrund seiner antigenetischen Verwandschaft eine Kreuzimmunität gegenüber CAV-1 induziert. Eine ausreichende Schutzwirkung gegen HCC ist zu erwarten. CAV-2 selbst ist als Krankheitserreger hauptsächlich dem Zwingerhustenkomplex zuzuordnen. CAV-2 kann post vacc. Ausgeschieden du auf nicht geimpfte Tiere übertragen werden, allerdings ohne klinische Veränderungen zu verursachen (s. Gebrauchsinformationen).
Tollwut
Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut. Die Impfung ist nach wie vor sinnvoll, da gegen Tollwut geimpfte Tiere gemäß der Tollwutverordnung bei Kontakt mit seuchenverdächtigen Tieren bessergestellt sind (Details s. Tollwutverordnung). Tollwutempfängliche Heimtiere müssen gegen Tollwut immunisiert sein, sofern sie innergemeinschaftlich verbracht werden sollen.

Als Non-Core-Komponenten gelten:

Bordetella bronchiseptica/Canines Parainfluenzavirus (CPiV)
Zurzeit sind zwei Lebendimpfstoffe zur intranasalen Appikation für B. bronchiseptica sowie in Kombination mit caninem Parainfluenzavirus (CPiV) erhältlich. Die nachgewiesene Wirksamkeit dieser Impfstoffe besteht in einer Reduktion der klinischen Symptomatik. Die Impfung findet bei Hunden in Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr Anwendung (viel Kontakt zu Artgenossen z.B. in Welpengruppen, Tierpensionen, Tierheimen, und auf dem Hundeplatz etc. oder bei Kontakt zu anderen für B. bronchisptica empfänglichen Tierspezies wie Katzen). Während der zu erwartende Schutz gegen B. bronchiseptica schon ca. 72 Stunden nach der Impfung eintritt, ist der Beginn der Immunität gegen CPiV 3 Wochen nach der Impfung zu erwarten.
Canines Herpesvirus (CHV-1)
Die Seroprävalenz der caninen Herpesvirusinfektion liegt in deutschen Hundezuchten bei 20 bis 30 Prozent. Sie korreliert in Hundezuchten mit dem sogenannten „Welpensterben“. Der verfügbare Subunit-Impfstoff wird entweder während der Läufigkeit oder 7 bis 10 Tage nach dem angenommenen Decktermin verabreicht, gefolgt von einer zweiten Impfung 1 bis 2 Wochen vor dem zu erwartenden Geburtstermin. Mortalität sowie klinische Erkrankungen durch CHV-1 werden bei den Welpen geimpfter oder seropositiver Mütter in den ersten Lebenstagen verhindert.
Dermaphytosen – Mikrosporie, Trichophytie
Zurzeit sind inaktivierte Impfstoffe zugelassen, die entweder Mikronidien verschiedener Trichophyton- und Microsporum-Pilzstämme oder ausschließlich Microsporum canis enthalten. Laut Herstellerangaben kommt es bei prophylaktischer Anwendung zu einer Reduktion der durch die entsprechenden Pilzarten verursachten klinischen Symptome. Bei therapeutischer Anwendung kann die Abheilung klinisch sichtbarer Hautveränderungen beschleunigt werden. Tiere, die sich zum Zeitpunkt der Impfung im Inkubationsstadium befinden, können erkranken. Die Hautveränderungen heilen jedoch innerhalb von 2 bis 4 Wochen nach der zweiten Impfung ab.
Leishmaniose
In Deutschland sind Impfstoffe gegen Leishmania infantum für Hunde zugelassen. Eine Impfindikation ist aber nur für Hunde gegeben, die in endemischen Regionen leben und ggf. für Hunde, die in solche Regionen verbracht werden sollen. Durch die Immunisierung ist das Risiko, nach Exposition klinische Symptome zu entwickeln, reduziert. Eine optimale Sandmückenprophylaxe ist auch bei geimpften Tieren unverzichtbar. Die Tiere können ab einem Alter von 6 Monaten grundimmunisiert werden. Vom Hersteller wird eine jährliche Wiederholungsimpfung empfohlen.
Lyme-Borreliose
Die verfügbaren Inaktivat-Impfstoffe gegen Borrelien basieren auf der Bildung von Antikörpern gegen OspA-Antigen auf der Oberfläche der Bakterien. Die Antikörper werden während des Saugaktes von der Zecke aufgenommen, binden im Darm der Zecke an dort vorhandene Borrelien und verhindern die Wanderung der Spirochäten zur Speicheldrüse der Zecke und damit die Abgabe in die Haut des Hundes. Hohe Impfantikörperspiegel im Hund sind Voraussetzung, damit ein protektiver Effekt in der Zecke erzielt werden kann. Antikörper gegen OspA zeigen eine geringe Kreuzreaktivität zwischen einzelnen Borrelienarten und verleihen keinen Schutz gegen heterologe Borrelienspezies. Eine bereits etablierte Infektion des Hundes wird durch die Impfung nicht beeinflusst und kann zu diesem Zeitpunkt nur die Infektion mit zusätzlichen Erregern verhindern.

 

Impfempfehlung Katze

Grundimmunisierung:
8 Lebenswochen: RCP
12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
16 Lebenswochen: RCP
15 Lebensmonaten: RCP, ggf. Tollwut
Wiederholungsimpfungen:
Wiederholungsimpfungen erfolgen nach Maßgabe der Gebrauchsinformationen.
Neuerungen: Auch bei der Katze wird stärker auf die Tilgung der terrestrischen Tollwut in Deutschland eingegangen.

Impfungen gegen die folgenden Krankheiten zählen als Core-Komponenten:

Felines Herpesvirus (Rhinotracheitisvirus, R)
Das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV-1) ist einer der am sogenannten „Katzenschnupfen“ beteiligten Erreger. Eine einmal infizierte Katze bleibt lebenslang FHV-1-Träger. FHV-1-Stämme sind antigenetisch sehr einheitlich. Vakzine sind in Form attenuierter Lebendvakzine und inaktivierter Vakzinen verfügbar. Die Impfungen gegen FHV-1 reduzieren die Schwere der Symptome nach Infektion und reduzieren die Menge an ausgeschiedenem Virus. Sie eliminieren das Virus aber nicht und schützen nicht sicher vor Entstehung eines Carrier-Status. Auch geimpfte Katzen können so zu Virusträgern werden. Bei geimpften Katzen lässt sich jedoch signifikant weniger häufig FHV-1 isolieren als bei nicht geimpften. Für die Herpesvirus-Komponente werden je nach Hersteller Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 bis 3 Jahren empfohlen.
Felines Calicivirus (C)
Das feline Calicivirus (FCV) ist ein weiterer am Katzenschnupfen beteiligter Erreger. Es gibt sehr viele verschiedene FCV-Stämme, die durch Mutation und Rekombination immer wieder neu entstehen. Unter den FCV-Isolaten gibt es eine ausgeprägte antigenetische Variabilität, die zum Teil so groß ist, daß zwischen den Isolaten keine Kreuzneutralisation induziert wird. Für die Immunisierung von Katzen stehen sowohl Inaktivatals als auch Lebendimpfstoffe mit attenuierten FHV-1-Stämmen zur Verfügung. Für die Calicivirus-Komponente werden je nach Hersteller Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 bis 3 Jahren empfohlen.
Feline Panleukopenie (FP)
Die Feline Panleukopenie ist eine schwere Allgemeinerkrankung, die durch das Feline Panleukopenievirus (FPV) verursacht wird. Die Sterblichkeit bei Panleukopenie liegt ohne intensive Therapie zwischen 25 und 90 Prozent und ist bei jungen Tieren besonders hoch. Katzen sollten zu jeder Zeit gegen FPV geschützt sein. Es sind Impfstoffe verfügbar, die wirksam vor einer Infektion schützen. Das Panleukopenievirus kann nach der Impfung ausgeschieden (die Katzen reagieren dann evtl. im Kot-Antigentest posititv) und übertragen werden, verursacht aber keine klinischen Veränderungen.
Tollwut
Da in Deutschland eine Vielzahl von Katzen ausschließlich in Wohnungen gehalten werden, kann auf eine generelle Definition des Tollwutvirusimpfantigens als Core-Komponente verzichtet werden. Bei freilaufenden Katzen ist die Impfung jedoch empfohlen, da geimpfte Tiere gemäß der derzeit gültigen Tollwutverordnung nach einer Exposition mit einem an Tollwut erkrankten Tier bessergestellt sind als nicht geimpfte. Tollwutempfängliche Heimtiere müssen gegen Tollwut immunisiert sein, sofern sie innergemeinschaftlich verbracht werden sollen.

Als Non-Core-Komponenten gelten:

Bordetella bronchiseptica
In Deutschland ist ein Lebendimpfstoff zur intranasalen Applikation erhältlich. Laut Zulassung reduziert der Impfstoff durch B. bronchiseptica verursachte klinische Veränderung. Die Impfung sollte bei Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen Anwendung finden (z.B. Tierpensionen, Tierheime, Katzenzuchten) oder bei Kontakt zu anderen für B. bronchiseptica empfänglichen Tierspezies wie Hunden. Geimpfte Katzen können den B.bronchiseptica-Impfstamm über einen längeren Zeitraum ausscheiden, ohne daran zu erkranken.
Chlamydia felis
Derzeit sind in Deutschland Inaktivat- oder attenuierte Lebendimpfstoffe in verschiedenen Kombinationen mit anderen Impfantigenen zugelassen. Die zugelassene Indikation besteht in einer Reduzierung der durch C. felis verursachten klinischen Veränderung.
Dermatophytosen – Mikrosporie, Trichophytie
Zurzeit sind inaktivierte Impfstoffe zugelassen, die entweder Mikrokonidien verschiedener Trichophyton- und Microsporum-Pilzstämme oder ausschließlich Microsporum canis enthalten. Laut Herstellerangaben kommt es bei prophylaktischer Anwendung zu einer Reduktion der durch die entsprechenden Pilzarten verursachten klinischen Veränderungen. Bei therapeutischer Anwendung an bereits infizierten Tieren wird die Abheilung klinisch sichtbarer Hautveränderungen beschleunigt.
Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), Felines Coronavirus (FCoV)
Ein intranasal zu applizierender Lebendimpfstoff gegen die Feline Infektiöse Peritonitis ist zugelassen. Die Impfung kann nur bei FCoV-Antikörper-negativen Katzen und Katzen mit einem niedrigen FCoV-Antikörpertiter (<100, getestet im Immunfluoreszenztest) unter Umständen sinnvoll sein.
Felines Leukämievirus (FeLV)
In Deutschland sind inaktivierte, adjuvantierte Impfstoffe sowie eine FeLV-Vektorvakzine ohne Adjuvans zugelassen. Die Impfung ist bei hohem Expositionsrisiko zu empfehlen. Bei bereits FeLV-infizierten Katzen ist die Impfung nicht sinnvoll. Bei unbekanntem FeLV-Status sollte daher vor der Impfung auf eine FeLV-Infektion hin untersucht werden. Impfungen schützen nur vor einer progressiven FeLV-Infektion. Katzen sind also in den ersten Lebensjahren besonders empfänglich für diese Verlaufsform und sollten gerade in dieser Zeit besonders gut geschützt sein.

 

Impfempfehlung Frettchen

Grundimmunisierung:
8 Lebenswochen: Staupe
12 Lebenswochen: Staupe, Tollwut (bei Freigängern)
Wiederholungsimpfungen:
Wiederholungsimpfungen erfolgen nach Maßgabe der Gebrauchsinformationen.
Es ist darauf zu achten, daß nur Impfstoffe verwendet werden, die für das Frettchen zur Anwendung zugelassen sind.
Neuerungen: Auch beim Frettchen wird stärker auf die Tilgung der terrestrischen Tollwut eingegangen.

Staupe
Die Staupe beim Frettchen entspricht im Wesentlichen dem beim Hund beschriebenen Krankheitsbild. Aufgrund der hohen Empfänglichkeit muß die Verwendung eines für Frettchen zugelassenen Impfstoffs besonders betont werden. Historisch belegt ist die hohe Empfindlichkeit des nicht domestizierten, ausschließlich in Nordamerika wildlebenden Schwarzfußiltis (engl. Black-footed ferret) für attenuierte Staupevirusstämme. Hundeimpfstoffe, die vermehrungsfähiges Staupevirus enthielten, töteten nahezu alle damit geimpften Tiere.
Tollwut
Das Frettchen ist ebenso wie Hund und Katze empfänglich für das Tollwutvirus. Bei der Impfung ist auf die Verwendung eines für Frettchen zugelassenen Impfstoffs zu achten. Tollwutempfängliche Heimtiere müssen gegen Tollwut immunisiert sein, sofern sie innergemeinschaftlich verbracht werden sollen.

 

Impfempfehlung Kaninchen

Grundimmunisierung:
Im Alter von
4-6 Lebenswochen: Myxomatose, RHD
3 Wochen später: Myxomatose, RHD
Wiederholungsimpfungen:
Wiederholungsimpfungen erfolgen grundsätzlich nach Maßgabe der Gebrauchsinformationen. In Endemiegebieten sollten Tiere aber ggf. alle 4 Monate gegen Myxomatose immunisiert werden. Da derzeit keine Hinweise zur Dauer der Immunität gegen RHDV-2 vorliegen, sollte die Wiederholungsimpfung alle 6 Monate erfolgen.
Neuerungen: Es wird dringend auf die Notwendigkeit einer Impfung gegen RHDV-2 hingewiesen. Zudem steht ein neuer Impfstoff gegen die Clostridiose zur Verfügung.

Impfungen gegen die folgenden Krankheiten zählen als Core-Komponenten:

Myxomatose
Die Myxomatose ist durch bis zu walnussgroße lokale Schwellungen im Kopfbereich sowie an den Anogenitalschleimhäuten charakterisiert. Es bestehen sehr geringe Heilungsaussichten. Besonders zu Beginn einer Epizootie liegen Morbidität und Mortalität in nicht geimpften Beständen weit über 90 Prozent. Attenuierte Lebendvakzine sind verfügbar. Es empfiehlt sich entsprechend den Impfempfehlungen der Hersteller eine vorbeugende Vakzination von mindestens 70 Prozent der Population in den Gemeinden und Städten.
Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (RHD)
Das Virus der ansteckenden Kaninchenseuche ist ein Calicivirus. Es sind verschiedene Stämme beschrieben, die sich hinsichtlich ihrer Virulenz und Antigenität zum Teil deutlich unterscheiden. Seit 2013 tritt in Deutschland eine neue Variante des Virus, RHDV-2. Auf. Bei perakuten und akuten Verläufen zeigen die Tiere Blutungen aus der Nase und dem Maul, Schmerzen und Atemnot, z.T. blutigen Durchfall. Erkrankte Kaninchen verenden innerhalb weniger Stunden bzw. Tage. Es sind inaktivierte und rekombinante Impfstoffe gegen die klassischen RHDV-Stämme und inaktivierte Impfstoffe gegen RHDV-2 verfügbar. Die bisherigen Daten belegen maximal einen partiellen Kreuzschutz der Impfstoffe. Daher sollten die Tiere gegen beide Varianten des RHDV immunisiert werden.

Als Non-Core-Komponenten gelten:

Bordetella bronchiseptica/Pasteurella multocida
Die Impfung wird v.a. als Bestandsimpfung in Kaninchenzuchten empfohlen. Zurzeit ist in Deutschland ausschließlich ein inaktivierter B. bronchiseptica- und P. multocida-Kombinationsimpfstoff erhältlich, der subkutan verabreicht wird (enthält P.multocida-Serovar A, P. multocida-Serovar-D-Toxoid und B. bronchispetica). Durch regelmäßige Wiederholungsimpfungen soll in Verbindung mit geeigneten verterinärhygienischen Maßnahmen eine Reduktion des Infektionsdrucks im Bestand erzielt werden.
Clostridiose – Kaninchen-Dysenterie-Komplex
Neben einem guten Hygiene- und Futtermanagement kann die Impfung gegen Cl.perfringens dazu beitragen, Bestandsprobleme mit dem multifaktoriellen Krankheitsbild des Kaninchen-Dysenterie zu reduzieren. Zurzeit ist in Deutschland ein Toxoimpfstoff zugelassen, der Cl. perfringens Toxovar A Toxoide (alpha- und beta2-Toxoid) enthält. Der Impfstoff kann entweder als Muttertierimpfstoff zum passiven Schutz der Jungtiere über maternale Antikörper eingesetzt oder zur aktiven Immunisierung der Zucht. Und Jungtiere verwendet werden.

Nebenbemerkung in eigener Sache:

In unserer Praxis wird im Moment ein Kombinationsimpfstoff für Myxomatose und RHD verwendet, welcher jährlich nachgeimpft wird. Dieser schützt nicht gegen alle Serovare der RHD. Allerdings ist er im Gegensatz zu dem empfohlenen Impfschema als Einzelimpfdosis erhältlich und wird auch nur einmal jährlich geimpft. Gern impfen wir nach oben beschriebenem Schema. Allerdings müssten Sie uns bitte rechtzeitig bescheid geben und im besten Fall andere Kaninchenbesitzer zur Impfung mitbringen. In einer Packung befinden sich 10 Impfdosen, die wir ansonsten komplett berechnen müssen.